Alte Yugioh-Karten können einen hohen Wert haben. Denn Karten, die noch vor wenigen Jahren als wertlos eingestuft worden sind, können aufgrund eines Sammler-Hypes jetzt mehrere hundert Euro wert sein. Erfahrt im Folgenden, was wertvolle Karten ausmacht, und mit welcher Methode ihr in eurer Sammlung die teuren Karten schnell findet, ohne euch wieder viel in die Materie einlesen zu müssen.

Faktoren für den Wert von Yu-Gi-Oh!-Karten

Zunächst das Grobe. Folgende Faktoren können eine Karte wertvoller machen:

  • neuwertiger Zustand: Jede weiße Stelle reduziert den Wert. Knicke und starke Abnutzung reduzieren den Wert auf einen Bruchteil.
  • Die Sprache der Karte ist Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch oder Französisch. Koreanische Karten sind in der Regel nicht viel Wert, bei Japanischen Karten kommt es auf die anderen Faktoren an.
  • Die Karte ist ein Fehldruck einer beliebten Karte. Hierzu muss man allerdings Glück haben und einen Sammler finden. Üblicherweise sind Fehldrucke etwa 20% bis 50% teurer. Extreme Fehldrucke, bei denen auf den ersten Blick klar ist, dass etwas nicht stimmt, können nochmal deutlich mehr wert sein.
  • Die Karte kommt in der Serie vor und wird von den Helden oder den Erzrivalen gespielt. Beispiel: Dunkle Magier, Cyber Drachen, Blauäugige Drachen
  • die Karte ist in einer geringen Auflage erhältlich und war schon schwer zu bekommen, als du sie erhalten hast.
  • die Karte ist schon alt. Insbesondere Karten aus dem ersten Set, „Legend of Blue Eyes White Dragon“ (kurz LOB), sind sehr viel wert.
  • Die Karte hat eine hohe Seltenheit, insbesondere Ultimate Rare, Ghost Rare oder Starlight Rare. 
  • Die Karte wird in aktuellen Turnierdecks gespielt.

Die Faktoren sind nur grobe Richtlinien, helfen aber für eine erste Einschätzung. Umso mehr Faktoren deine Karten erfüllen, umso mehr Wert hat die Sammlung potentiell.

Folgende Faktoren können eine Karte weniger wertvoll machen:

  • die Karte war in einem Structure oder Starter Deck (Außnahme: Karten mit dem Kürzel SDY, sowie einige wenige Bossmonster)
  • die Karte ist Common (d.h. sie glitzert nicht; das ist ein Anzeichen dafür, dass die Karte häufig zu finden ist)
  • Beschädigungen wie weiße Stellen, Knicke, starke Abnutzung. Eine Karte darf sich von einer neuen Karte nicht unterscheiden, wenn sie den maximalen Wert erzielen soll
  • Die Sprache ist Chinesisch oder Koreanisch
  • Die Karte ist gefälscht
  • Die Karte ist in einer anderen Version bereits nachgedruckt worden. Das reduziert allerdings nur den Preis, falls es sich um eine Turnierkarte handelt. Wenn es eine Sammlerkarte ist, dann ist der erste Druck in der Regel weiterhin wertvoll.

Fälschungen und starke Abnutzungen sind in der Regel KO-Kriterien für den Wert der Karte. Bei den anderen Faktoren ist es ein „kommt darauf an“, und man kommt nicht drum herum, die vielversprechenden Karten einzeln durchzugehen.

Karten vorsortieren

Entsprechend den Wertfaktoren können nun folgende Schritte vorgenommen werden, damit man nicht den Wert jeder einzelnen Karte durchgehen muss:

  1. Sortiert alle Karten mit holografischem Bild auf einen „wichtig“ Stapel. Die normalen Rares und Commons müssen nicht weiter beachtet werden; die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass eine Karte darin mehr als ein paar Cent wert ist.
  2. Sortiert alle holografischen Karten nach dem Zustand auf drei Stapel:
    1. Der erste Stapel sind neuwertige Karten,
    2. der zweite für leichte Beschädigungen wie leichte weiße Ränder oder leichte Kratzer,
    3. der dritte für Karten mit Knicken und ausgefransten Ecken.
  3. Sortiert Stapel 1 und 2 nach Seltenheiten (Ultimate Rare, Ultra Rare, usw)
  4. Falls vorhanden und noch nicht gemacht, packt spätestens jetzt alle Karten aus dem ersten Stapel in jeweils eine eigene Hülle. Jeder Kratzer senkt nämlich den Wert.
  5. Sucht für den ersten Stapel einzeln die Preise heraus (siehe unten), angefangen bei diesen Seltenheiten: Ultimate Rare, Ghost Rare, Secret Rare. Das sind potentiell die wertvollsten Karten eurer Sammlung. Falls ihr diese Karten nicht habt, geht einfach direkt zu den Ultra Rares und Super Rares.
  6. Nach den Erfahrungen mit dem ersten Stapel sollte der zweite schneller gehen, geht diesen ebenfalls wie in 5. durch. Zieht von dem Wert etwa 30% ab, denn die kleinen Beschädigungen führen dazu, dass nicht mehr der volle Preis gezahlt wird.
  7. Sucht im dritten Stapel nach Karten besonders beliebter Editionen. Mögliche Kürzel sind: LOB, MRD, PSV, BPT, TP01 bis 08, CP01 bis 08. Diese Liste ist nicht vollständig, aber Karten aus diesen Serien gehen auch in schlechtem Zustand für ein paar Euro weg. Ihr könnt eine Wertreduktion von etwa 80% bei stark gespielten Karten rechnen; eure Karten sind also nur 20% dessen wert, was eine neuwertige Karte wert ist.

Genauen Wert der Yugioh-Karten bestimmen

Werte im Yu-Gi-Oh!-Preiskatalog nachlesen
Die alten Preiskataloge sind nicht mehr zu empfehlen. Sie sind sowohl im Umfang als auch in den Preisen veraltet. Heute ändern sich Preise häufig, ein gedruckter Katalog kann dies nicht abbilden.

Yu-Gi-Oh!-Karten-Wert auf Ebay vergleichen
Daher noch eine zweite Empfehlung: eBay bietet in den Einstellungen den Punkt „beendete Angebote anzeigen“. Diese Funktion ist das, was man zum Bestimmen des Werts von einzelnen Yu-Gi-Oh!-Karten sehr zuverlässig benutzen kann. Hier ist nämlich auf einen Blick ersichtlich, wie teuer nun eine bestimmte Karte ist. Der Nachteil ist allerdings, dass dieses Unterfangen bei vielen Karten sehr lange braucht.

Hobbyladen besuchen und Wert der Karten erfragen
Eine letzte Möglichkeit ist das Aufsuchen von Händlern. Gerne schauen sich Händler in Hobbyläden eure zum Verkauf stehenden Karten an. Viele solche Läden haben eigene Verkaufs-Ordner, in denen auch die einzelnen Karten gefunden werden können. Vielleicht kauft der Händler selber auch direkt ein paar der Karten. Einen Händler in der Nähe zu fragen, ist die Schnellste Version zum Ermitteln von Kartenwerten, wenn ihr sowieso einen Laden in der Nähe habt. Allerdings kaufen die Händler eure Yu-Gi-Oh!-Karten unter Wert an, da sie ja selber auch noch an diesen Karten verdienen möchten. Ihr könnt grob erwarten, 60-70 Prozent des ebay-Wertes (beendete Angebote, s.o.) für eure Karten zu bekommen.

Das wars also – ein kleiner Überblick über Methoden, den Wert von Yu-Gi-Oh!-Karten zu bestimmen. Wir hoffen, das hat euch geholfen. 

Update: Aufgrund der aktuell steigenden Anzahl an Fragen: Preise ändern sich. Ich beantworte hier keine einzelnen Preisanfragen. Dafür gibt es die oben beschriebenen Wege. Wer das nicht gelesen hat, hier nochmal kurz: eBay anklicken, Karte raussuchen. ODER: Bei einem lokalen Geschäft gucken, für wie viel die Karte verkauft wird.

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