11 Faktoren, an denen du Fälschungen erkennst

Zwei Fälschungen neben einer echten Karte
Auf den ersten Blick sind gute Fälschungen wie diese beiden Götterkarten nicht von einer echten Yu-Gi-Oh! Karte zu unterscheiden

Leider hat jedes populäre Hobby mittlerweile mit Fälschungen zu kämpfen. So auch Yu-Gi-Oh!. In diesem Artikel erfährst du, an welchen Faktoren du sicher selbst eine Fälschung ausmachen kannst. Ich lasse bewusst solche Fälschungen aus, die aufgrund von schlechter Qualität sofort als solche auffallen, und nenne nur die, die nicht jedem klar sind.

Sichere Faktoren für Fälschungen

1. Die Größe ist anders als andere Karten

Yu-Gi-Oh!-Karten haben immer dieselbe Höhe und Breite. Das muss so sein, denn sonst wäre es einfach, seine besten Karten im Deck zu erfühlen. Die Größe weicht um keinen einzigen Milimeter ab, auch wenn du 100 Karten aufeinander stapelst.

2. Es sind Rechtschreibfehler auf der Karte

Die Karten werden professionell übersetzt und von Muttersprachlern gegengelesen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es Übersetzungsfehler gibt, die aus dem Karten-Namen nur noch Kauderwelsch machen. Was dagegen auch bei realen Karten passiert, sind zu lange, unverständliche Sätze, denn leider ist Grammatik nicht ganz kombinierbar mit unserem Spiel :(

Falls du sichergehen willst, vergleiche einfach den Text mit der offiziellen Karten-Datenbank: https://www.db.yugioh-card.com/yugiohdb/

3. Die Karte fühlt sich „billig“ an

Lässt sich die Karte leichter biegen als alle deine anderen Karten, oder fühlt sich die Oberfläche nach Plastikfolie an, dann hast du wahrscheinlich eine Fälschung in Händen. Die Karten oben glänzen übrigens sehr stark und fühlen sich zu glatt an.

4. Umlaute (ä, ö, ü, ß) sind anders geschrieben

Werden die Fälschungen im Ausland hergestellt, dann haben die Tataturen der Fälscher nicht die Tasten für ä, ü, ö und ß. Natürlich gibt es trotzdem Wege, die Zeichen in den Kartentext zu kopieren – aber das ist vielen zu umständlich, sodass dann ein „Schwarzglänzender Soldat“ zum „Schwarzglaenzender Soldat“ oder schlimmer noch „Schwarzglanzender Soldat“ werden.

Ganz selten mal kann es sein, dass ein Umlaut auch bei uns nicht „richtig“ ist. Das hängt dann aber in der Regel damit zusammen, dass unsere Grammatik querschlägt. Auch hier hilft ein Blick auf https://www.db.yugioh-card.com/yugiohdb/, um sicher zu gehen.

5. Starker Geruch nach Alkohol, Terpentin, Farbe

Wenn man nur einzelne Kartenbooster öffnet, riechen die Karten in der Regel wie frisch gedruckte Bücher. Ein penetranter Geruch nach Farbe oder Lösungsmitteln ist ein Zeichen, dass wer schnell und billig gefälscht hat.

6. Das „Auge des Anubis“ fehlt

Fälschung ohne Auge des Anubis
Statt Auge des Anubis ist die obere Karte nur silber.

Unten rechts befindet sich normalerweise ein metallisches Viereck mit Augen drauf, welches nur in bestimmten Winkeln sichtbar ist. Das ist das „Auge des Anubis“. Fälscher machen sich oft nicht die Mühe, das mit zu fälschen.

7. Der Name der Karte ist anders, als er sein sollte

Fälscher geben meist den japanischen oder englischen Text in eine automatische Übersetzung ein. Das führt dazu, dass der Name im Deutschen oft falsch ist. Ein Vergleich mit https://www.db.yugioh-card.com/yugiohdb/ gibt Sicherheit.

8. Die Schrift ist anders als gewohnt

Viele Fälscher machen sich nicht die Mühe, die richtige Schriftart zu fälschen. Halte die Karte neben eine Originalkarte, und du wirst oft sehen, dass die Fälschung eine andere Schrift hat.

9. Die Ecken sind spitz

Originale Yu-Gi-Oh!-Karten haben ihre Kanten ganz leicht abgerundet, damit sich keiner verletzt. Das fehlt oft bei Fälschungen.

10. Copyright falsch

Eine originale Karte wird den Namen „Kazuki Takahashi“ nicht falsch schreiben.

Auf Fälschungen wird schon einmal ausgelassen, wer die Rechte hat, oder sich vertippt. So wird – wie im Foto zu sehen – aus dem Autor Kazuki Takahashi ein ganz anderer Name (Hinweis: Auf neuen Karten steht statt seinem eigenen Namen seine Firma „Studio Dice“, sowie die Unternehmen SHUEISHA und KONAMI. Auf der Rückseite wird „KONAMI“ oft falsch geschrieben oder ausgelassen.

11. Falsche Bezeichnungen

Oft sind auch Attribute oder Typen falsch. Im Beispiel im Foto „Gold“ statt „Divine“.

Dinge, die keine Fälschungen sind

Nicht alles, was kaputt aussieht, ist übrigens eine Fälschung. Die folgenden Eigenschaften können auch bei echten Karten vorkommen:

  • Der Name der Karte ist verrutscht oder fehlt. Das passiert den Maschinen schon einmal.
  • Die Karte ist falsch ausgestanzt worden und ist daher an einer Seite abgeschnitten, aber hat dieselbe Größe wie alle anderen Karten. Das kann passieren, weil die Karten aus einem großen Karton ausgestanzt werden. Solche Karten finden manchmal bei Sammlern Anklang. Du kriegst sie in der Regel gut vertauscht.
  • Der Holo-Effekt ist verrutscht auf der Karte aufgebracht. Das kann passieren, wenn die Karte schief in die Präge-Maschine kommt.
  • Auf der Karte steht „Discard“ oder „Antwerp“. In dem Fall Glückwunsch! – solche Karten gehen um die Hundert Euro, wenn du sie auf eBay verkaufst.
  • Früher galten Holo-Effekte, die über die ganze Karte gingen, als Zeichen für Fälschungen. Das ist aber nicht mehr der Fall, da mittlerweile auch offizielle Seltenheiten veröffentlicht sind, die über die ganze Karte glitzern (Starlight-Rare, Prismatic Rare, etc).

Was tun, wenn du eine Fälschung bekommst?

Wenn du eine Fälschung erhälst, reagiere sofort: Falls du sie in einem Laden oder Online-Shop erhalten hast, muss der Verkäufer dir die Kosten zurückerstatten, da es sich um Betrug handelt. Sollte er sich weigern, kannst du ihn bei der Polizei anzeigen. Solltest du nicht mehr wissen, woher du die Karte hast, ist das natürlich nicht möglich. Spielen darfst du die Karte in jedem Fall nicht. Wirst du mit einer solchen Karte im Deck erwischt, verlierst du automatisch dein Duell und musst dir sofort eine Originalkarte als Ersatz suchen.

Übrigens: Mittlerweile gibt es sehr sehr gute Fälschungen. Diese sind meist für teure, alte Sammlerkarten wie die den Blauäugigen Weißen Drachen aus dem LOB-Kartenset. Verlasse dich, wenn du eine teure Karte kaufen willst, nicht allein auf diese Liste, sondern frage einen Experten.

Kylina

Kylina ist Besitzerin von Yugioh-Forum.com und beschäftigt sich schon seit 2003 mit dem Yu-Gi-Oh! Sammelkartenspiel. Darunter fallen auch zahlreiche Schiedsrichter-Rollen wie zum Beispiel Head Judge (Oberschiedsrichter) vieler YCS Turniere und Europameisterschaften. Heutzutage kümmert sie sich um die europaweit bekannten Turniere von Silver-Cards.de, die regelmäßig in Ihrer Heimatstadt Köln stattfinden (mehr dazu unter https://silver-cards.de/news/yugioh-turniere-von-silver-cards-de/). Sagt gerne auf den Events Hallo! :)

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