Neulings-Schiedsrichter auf einem Großturnier (Interview)

Philipp Peixoto-Gonzalez ist heute das erste Mal Schiedsrichter auf einem großen Turnier. Bisher war er entweder als Spieler oder als Teil der Coverage auf den Yu-Gi-Oh!-Turnieren zu sehen. Wie er sich vorbereitet hat, was seine Erfahrungen bisher sind und Tipps für andere Interessierte gibt es hier im Interview mit ihm.

Hallo Philipp, stell dich einmal kurz vor
Ich spiele Yu-Gi-Oh! seit Start der Serie, also schon über zehn Jahre. Seit 2010 spiele ich auch auf großen Turnieren, damals hat alles mit mit der Quali für die Deutsche Meisterschaft angefangen. Auf der ersten YCS in Bochum dann bin ich das erste Mal kompetitiv an die Sache rangegangen, damals mit einem Gladiatorungeheuer-Deck.

Sonst bist du ja derjenige, der hier die Coverages schreibt. Wie gefällt dir der Wechsel zum Schiedsrichter bisher?
Bisher kann ich das schwer sagen. Ich fühle mich wohl aufgehoben, da ich mit den meisten im Team gut befreundet bin. Bisher ist das schiedsrichtern entspannter als erwartet, denn ich hatte kaum Judge Calls. In den späteren Runden erwarte ich aber die eine oder andere schwierigere Situation, für die ein Schiedsrichter benötigt wird.

Was hat dich dazu gebracht, hier Schiedsrichter zu sein?
Ich hatte schon oft den Gedanken, mich doch mal als Schiedsrichter zu melden. Aber das Spielen macht mir in letzter Zeit auch sehr Spaß, darum habe ich das Schiedsrichtern immer aufgeschoben. Dülmen war zum Schiedsrichtern naheliegend, da mir das Turnier sehr gut aus Spieler- und Coveragesicht bekannt ist. Daher hatte ich mir vor ein paar Monaten, als das Turnier noch nicht angekündigt war, gesagt: „Probier ich es doch einmal“, und die Turnierorganisatoren kontaktiert.

Wenn ich das richtig verstanden habe, hast du noch nicht allzu viel Erfahrung auf kleineren Turnieren sammeln können. Wie hast du dich auf diesen Posten vorbereitet?
Das ist das erste Mal, das ich schiedsrichtere. Bei mir in der Gegend gibt es leider keine Locals. Sonst hätte ich sicher schon was in kleinerem Rahmen an Erfahrung gesammelt.
Es ist so, ich verfüge über fundiertes Regelwissen durch lange Jahre, in denen ich Spieler war. Da ich mich sowieso als Spieler auf die DM vorbereite, bin ich viel aktiv am Spielen und kenne alle Decks, die gespielt werden. Der Rest löst sich meist durch das Lesen der Kartentexte, die dank Problem-Solving Card Text (PSCT) häufig schon die Antwort auf die Regelfrage geben.
Ansonsten habe ich mir natürlich noch die offiziellen Policies durchgelesen. Auch habe ich den Head Judge zwecks Absprache und kleinerer Rückfragen kontaktiert.
Insgesamt fühle ich mich gut vorbereitet. Auch als Person denke ich, dass ich da gut reinpasse, da ich auf andere Spieler zugehe und auch kein Problem damit habe, notfalls in ein Spiel einzugreifen.

Gibt es bisher schon Dinge, von denen du sagst, dass du sie hättest besser machen können?
Ich hätte mich gerne noch intensiver vorbereitet. Leider haben mich die Schule und ein paar andere Dinge zeitlich sehr beansprucht.
Ansonsten sind mir bisher keine Fehler aufgefallen, aber da werde ich bestimmt noch Feedback heute abend vom Head Judge bekommen, wie ich mich gemacht habe.

Und nächster Stopp als YCS-Schiedsrichter? ;)
Eigentlich bin ich lieber Spieler. Es gibt halt kaum Turniere in meiner Umgebung. Die, die es gibt, möchte ich dann lieber spielend wahrnehmen. Auch die großen Turniere wie die YCS spiele ich lieber, denn das Prestige, dass man als Spieler erhalten kann, sagt mir zu.

Gibt es noch etwas, dass du sagen möchtest?
Dass sie ruhig offen sein sollen gegenüber Positionen im Staff Team. Fragt auf lokalen Turnieren, ob Bedarf an Helfern besteht. Es besteht eigentlich immer Interesse.