Spielweisen – oder auch: Wie man gegen andere Yu-Gi-Oh!-Decks gewinnt

Bereits letzte Woche haben wir von geheimnisman3 erfahren, welche Karten bei Yu-Gi-Oh! ins Sidedeck gehören, und wie man diese Sidedeckkarten benutzt, um die eigenen Siegeschancen zu verbessern. Doch Karten alleine reichen nicht, auch die Spielweise ist ausschlaggebend. Mit der richtigen Spielweise kann man nämlich auch schon das erste Duell, also vor dem Boarden, für sich entscheiden. Wie, das erfahrt ihr im Folgenden.

In diesem Artikel gehe ich der Einfachheit halber von meinem eigenen Deck aus, welches ihr im Forum sehen könnt. Wer selber Chaos- oder Tengu-Plant spielt, kann die Spielweise relativ einfach auf sich selber übertragen. Decks, die von der Spielmechanik deutlich anders sind, müssen eventuell anders gespielt werden.

Samurai
Durch verschiedene Karten wird möglichst schnell Feldkontrolle erzielt. Im ersten Zug wird möglichst ein Shien synchrobeschworen, welcher jede Runde eine Zauber-oder Fallenkarte des Gegners negieren kann. Abgesichert werden alle Monster durch zumeist 2 Musakami Magatama, 1 Feierliches Urteil und 2 Ernste Warnung.
Wichtig zu wissen ist, dass viele Samurai-Decks lediglich Spielgelkraft zum Schutz gegen Angriffe benutzen. Wenn eine Beschwörung also erfolgreich ist, wird es der Angriff in den Meisten Fällen auch sein. Vorsicht!: Teilweise wird Dimensionsgefängnis gespielt! Zerstör-Effekte von Monstern immer nur dann aktivieren, wenn der Gegner keine Samurai kontrolliert. Da Samurai-Decks Dimensionsriss boarden, sollten Friedhoflastigere Karten rausgeboardet werden, soweit sinnvoll.

Grabwächter
Grabwächter sind ein vergleichsweise langsames Deck, da sie – wenn in der Runde zuvor kein Spion gesetzt wurde – nur eine Beschwörung die Runde haben. Dafür ist das Deck stark mit Fallen abgesichert. Ein Problem stellt auch “Tal der Toten” dar, welches einen großen Teil des eigenen Decks blockiert. Daher sollten Karten, die Tal der Toten zerstören können, auch für Tal der Toten aufgespart werden. Grabwächter-Decks haben nur wenige Optionen auf Synchromoster, weshalb ein Kommandant mit Tal-push (2100 ATK) das stärkste ist, was Grawächter aufbieten kann. Monster mit mehr als 2100 ATK sind also recht stark gegen das Deck. Genauso kann Effektverschleierin die Effekte von Spion und Abkömmling unterbinden.

Tengu- bzw. Chaos-Plant
Diese beiden Deckarten habe ich zusammengefasst, da sie zu 80% aus denselben Karten bestehen und der Übergang fließend ist. Der Unterschied der beiden Decks ist die Geschwindigkeit: Tengu-Plant kann bereits im ersten Zug durch diverse Tengu-Synchronisationen das Feld swarmen, während Chaos-Plant eher im späteren Spiel durch Caius und Chaos Hexer das Spiel dominiert. Beide Decks sind stark abhängig von ihren Friedhöfen. Außerdem können beide Deckarten bei schlechten Starthänden Probleme haben, ins Spiel zu finden, da beide Decks stark von Kombinationen bestimmter Karten abhängen.
Gegen dieses Deck lohnt es sich, einen eigenen Chaos Hexer notfalls zurückzuhalten. Das Deck verfügt über relativ wenig Schutz durch Fallen (Urteil, Spiegelkraft, Reißender Tribut und 2 Warning), weswegen eine schnelle Floater-Aktion zum Sieg führen kann. Aber auch längeres Durchhalten kann sich lohnen: Da Spore und Aufblühende Blumenzwiebel nur einmal benutzt werden können, verliert vor allem Tengu-Plant im Lategame an Optionen.

KMP (Karakuri-Machina-Plant)
Dieses Deck baut auf pures Füllen des Feldes über die Karakuri-Synchros und ist recht OTK-lastig. Im Gegenzug hat das Deck relativ wenig, um einmal beschworene Monster zu schützen. Die meisten Monster sind Machine und können daher mit Cyber Drache zum Fortress Dragon fusioniert werden. Eine Effektverschleierin auf das erste Synchromonster kann zudem das Deck stark verlangsamen. Kombinationen aus Caius und Chaos Hexer bereiten dem KMP große Probleme, da es die Karten im Friedhof und Deck benötigt. Karten wie Kampfausblender sollten für den Notfall aufbewahrt werden und nicht auf einen einzelnen Angriff.

Gladiatorungeheuer
Nicht mehr ganz so häufig anzutreffen auf Yu-Gi-Oh!-Turnieren sind Gladiator-Ungeheuer Decks. Ihre Stärke ist das Austauschen der Monster sowie die Möglichkeit, durch Gladiatorungeheuer Gyzarus gleich 2 Karten ohne Nachteil zerstören zu können. Durch den Streitwagen sind Gladiatoren gut vor Monster-Effekten geschützt. Daher sollte immer versucht werden, die Gladiatoren erst duch Übernahme oder Angriff zu zerstören und dann die Effekte eigener Monster zu aktivieren. Alternativ kann auch durch Zauber und Fallen die Backrow vernichtet werden, was einem Gladi-Deck sehr schnell die Siegesoptionen nehmen kann.
Niemals sollten schwache Monster beschworen werden, wenn es sich vermeiden lässt. Denn diese können angegeriffen werden, wodurch das Gladi tauschen kann. Auch Monster in die Verteidigungsposition zu setzten sollte möglichst vermieden werden.

Unbekannte Decks
Nicht immer spielt euer Gegner Decks, die euch bekannt sind. Abseits der häufig gespielten Decks tummeln sich etliche Spaß- oder Themendecks, die einen auch übel treffen können. Hier sei als Beispiel ein Ojama-Deck gemeint, welches durch Ojama-Delta-Hurrikan das Feld zerstören oder mit der themeneigenen Landschaft die ATK- und DEF-Werte aller Monster vertauscht.
Wie also gegen ein Deck vorgehen, welches einem gänzlich unbekannt ist?
Hier ist Probieren die beste Antwort. Das Wichtigste: Auch wenn ein Duell sicher verloren ist, sollte man immer bis zum Ende spielen – auf diese Weise sieht man vielleicht doch noch ein paar Karten mehr, sodass man das Deck besser einordnen kann.

Neben den hier vorgestellten Decks sind auch einige andere auf jedem Turnier vertreten – genannt seien hier vor allem Scrap, Schwarzflügel oder auch Antidecks. Strategien gegen alle bekannten Decks vorzustellen würde aus diesem Beitrag eine meterlange Textorgie machen. Daher erfolgte meine Eingrenzung auf die oben beschriebenen Decks.

Weitere Tipps und Strategien könnt ihr gerne im Forum im Deckstrategie-Part benennen. Ich freue mich auf eure Beiträge :)

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Ein Gedanke zu “Spielweisen – oder auch: Wie man gegen andere Yu-Gi-Oh!-Decks gewinnt

  1. Cool, meine Artikel wurden verlinkt :D

    Cooler Artikel,du stellst die einzelnden Strategien kurz und knapp dar. weiterhin finde ich deinen Schreibstil recht cool, ich weiß nicht er wirkt…. Mütterlich :D Das liegt aber eher daran das dieser Artikel wohl an Anfänger gerichtet ist. Das Ojama-Deck ist ein geiles Beispiel XD Ansonsten hätte ich mir noch das Angeldeck gewünscht, da es mehr und mehr gespielt wird.

    geiler Artikel, super Arbeit! ach und ein feedbackthread nicht vergessen :D

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