19 Tipps, um besser Yu-Gi-Oh! zu spielen

Herzlich Willkommen zum ersten Artikel auf yugioh-forum.com. Und gerade weil es der erste Artikel ist, soll er natürlich auch hilfreich für möglichst viele von euch sein.

Daher ist mein Blick heute auf die wohl am häufigsten gestellte Frage des Yu-Gi-Oh!-Universums gefallen: Was ist nötig, um besser zu spielen und einmal auch auf den vorderen Plätzen eines Turniers zu landen? Denn diese Frage hat jeder von uns sich zu Beginn seiner Yu-Gi-Oh!-Laufbahn gestellt.

Nachfolgend daher eine Auflistung der meiner Meinung nach wichtigsten Dinge zur Verbesserung eures Spiels. Unterteilt habe ich diese in Vorbereitung und aktives Spiel. Denn nicht alles lässt sich vor einem Spiel erledigen.

Vorbereitung auf ein Yu-Gi-Oh!-Turnier
Sich richtig Vorzubereiten ist der Grundstein für eine gute Platzierung auf Turnieren. Fehlt es an Vorbereitung, kann das auf dem Turnier nicht kaum noch ausgeglichen werden.

1) Viel spielen und testen
Auch wenn es eigentlich klar ist: Viel gegen Freunde, in der Yu-Gi-Oh!-Liga des lokalen Shops oder auf Turnieren zu spielen ist selbstverständlich einer der besten Methoden, um Erfahrungen zu sammeln. Auf diese Weise lernt man neue Decks und die verschiedenen Spielweisen am Besten kennen, nämlich im direkten Duell.

2) Unterschiedliche Decks spielen
Um das Spielprinzip eines Decks vollständig zu verstehen, ist das Spielen dieses Decks die beste Sache. Man versteht nicht nur, wie das Deck funktioniert, sondern auch: Was nervt das Deck? Mit welchen Karten hat das Deck richtige Probleme, welche gegnerischen Spielweisen machen die meisten Probleme? Wie oft ziehe ich eine schlechte Starthand? All diese Erkenntnisse lassen sich beim Spielen des Decks schnell finden.
Diese Methode klingt im ersten Moment recht teuer – aber keine Sorge, niemand muss sich von jetzt an 10 oder mehr Yu-Gi-Oh!-Decks mit einem Gesamtwert von mehreren tausend Euros anschaffen, um besser spielen zu können. Wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, tauscht mit einem Freund die Decks für ein paar Duelle, dann spart ihr euch auch das Zusammenbauen. Wenn das nicht geht, können die Video- oder Computerspiele ein Ersatz sein. Das Problem dabei ist aber, dass virtuelle Decks sich wegen der unterschiedlichen Kartenpools und Bannedlisten stark von tatsächlich gespielten Decks unterscheiden können.
Für private Spiele können auch Proxies eine günstige Alternative sein. Proxies nutzt ihr anstelle der richtigen Karte, zum Beispiel, indem ihr den Kartentext ausdruckt. Natürlich sind solche Karten auf Turnieren nicht erlaubt. Aber zum eigenen Testen erfüllen sie ihren Zweck.

3) Sich Decklisten häufig vorkommender Decks anschauen
Wem Punkt 2 zu aufwändig ist, der kann sich auch einfach Decklisten online anschauen. Vielen fällt es aber schwer, sich ein Deck in Aktion vorzustellen, geschweige denn, die Schwächen des Decks zu finden und diese Schwächen im eigenen Deck beziehungsweise Sidedeck auszunutzen.

4) Das Sidedeck genau planen
Das Sidedeck ist ein sehr bedeutender Part, um das Gewinnen überhaupt möglich zu machen. Es kann 4 verschiedene Strategien verfolgen:

  • Schwächen gegen spezielle Decktypen ausgleichen.
  • Eigene Stärken verstärken. Vor allem wenn manche Karten im Main Deck nicht benötigt werden gegen ein spezielles Deck, kann der Wechsel mit anderen Karten die Siegeswahrscheinlichkeit nochmal erhöhen.
  • Gegen die Sidedeck-Strategie des Gegners sideboarden. Manche Karten können ein Deck im Einzelgang aushebeln. Ein Beispiel hierfür ist zum Beispiel „Maske der Beschränkung“ gegen Monarchen-Decks oder „Gesegnetes Licht“ gegen Schwarzflügel-Decks.
  • Die Strategie komplett ändern. Hierbei werden meist alle 15 Karten genutzt, um auf eine vollkommen andere Strategie zu ändern. Auf diese Weise boardet euer Gegner Karten, die im nachfolgenden Spiel total sinnlos sein werden. Das Problem ist aber, dass diese Strategie gegen manche Decks nicht funtkionieren wird.

5) Sich über neue Karten informieren
Immer wieder erscheinen neue Karten in Boosterserien, Structure Decks oder als Promokarten, die für sich alleine die Fuktionsweise eines Decks grundlegend ändern können. So machte zum Beispiel „Gladiatorungeheuer Gyzarus’“ Erscheinen die bereits vorher erschienen Gladiatoren-Decks erst zu einer spielstarken Deckart. Wer das nicht vor dem Turnier wusste, wurde übel überrascht. Daher gehören solche Informationen unbedingt zur Vorbereitung dazu. Solche Info kann man zum Beispiel im Bereich Yu-Gi-Oh! Kartenlisten und Kartensets finden.

6) Sich mit anderen austauschen
Der Gedankenaustausch mit anderen gibt andere Ansichten und Ideen. Vielleicht fällt jemand anderem noch eine Karte ein, die wunderbar ins Deck passt. Oder jemandem fällt auf, dass du in bestimmten Situationen immer dasselbe Verhalten zeigst. Viele Spieler mischen zum Beispiel ihre Hand besonders schnell, wenn sie keine Optionen haben. Wissen tun sie davon oft nichts, und der Gegner hat einen Vorteil, wenn er das erkennt.

7) Rulings eigener Karten sowie anderer häufiger Karten kennen
Manchmal gibt es Regeln in Yu-Gi-Oh!, die den Mechaniken widersprechen. Auch können Karten falsch übersetzt worden sein. Zum Beispiel geschieht die Spezialbeschwörung von Finsterer Simorgh als Effekt. Feierliches Urteil beispielsweise kann aber nur Monster, die für die Spezialbeschwörung keine Kette benutzen, negieren. Das wird im deutschen Raum auch als „interne Beschwörung“ bezeichnet. Aus diesem Grund kann Finsterer Simorgh nicht mit Feierliches Urteil aufgehalten werden.
Gut, nicht gerade jeder spielt Finsterer Simorgh, aber es gibt genügend andere Karten, die ebenfalls solche Regeln bekommen haben.

8 ) Sich eingehend mit den Yu-Gi-Oh!-Regeln befassen
Besser noch als der vorherige Punkt ist natürlich das Beschäftigen mit allen wichtigeren Yu-Gi-Oh! Regeln. Quellen dazu sind zum Beipiel das englischsprachige Yu-Gi-Oh!-Wiki für einzelne Karten-Regeln oder die Extended Games Mechanics (Achtung, öffnet als PDF) für eine wirklich sehr ausführliche Erklärung aller Yu-Gi-Oh!-Spielregeln auf deutsch.

9) Testziehen
Wenig aufwändig, und sehr flexibel in der Zeitnutzung ist das Testziehen. Dafür nimmst du eine 6-Karten Starthand und überlegst, wie du den Zug nun spielen würdest. Dabei merkt man ganz gut, wie oft bestimmte Kombinationen wirklich klappen, und ob sie wirklich Sinn machen. Wer mag, kann auch noch weiter ziehen nach der Starthand. Wichtig bei späteren Karten ist dann mehr, dass sie auch alleine spielstark sind, da im späteren Spiel oft nur wenige bis gar keine Karten von dir kontrolliert werden könnten.

10) Wahrscheinlichkeiten für wichtige Kombinationen berechnen
Wem Punkt 9 nicht ausreicht, der kann auch mathematisch an die Sache gehen. Besonders für Decks, die eine bestimmte Karte zu einem speziellen Zeitpunkt brauchen, kann das Sinn machen. Für ein Final Countdown-Deck ist es zum Beispiel spielentscheidend, dass der Final Countdown früh, am besten mit der Starthand, gezogen wird.

11) Bessere Spieler beim Spielen beobachten
Beim Beobachten von besseren Spielern kann viel gelernt werden. So kann man verschiedene Spielzüge sehen, die man selber bisher nicht in der Kombination genutzt hat. Auch kann man sehen, wie man am Besten gegen welches Deck vorgeht, wie man sein Sidedeck einsetzt etc.. Für so etwas bieten sich die Tops von einem Turnier an, welches du sowieso besucht hast. Außerdem gibt es bei Youtube einige Coverage-Videos von interessanten Duellen.

Aktives Yu-Gi-Oh!-Spiel
Auch auf einem Turnier kann noch einiges getan werden, um besser abzuschneiden.

12) Nervosität bekämpfen
Hat man sich halbwegs vorbereitet, dürfte auch die Nervosität nicht mehr so hoch sein. Schließlich weißt du jetzt, was dein Deck kann und wo Stärken und Schwächen liegen. Wenn man erstmal bei ein paar Turnieren war und auch ein paar andere Spieler kennt, ist das alles kein Problem mehr. Ein bisschen Aufregung schadet aber auch nicht, denn das macht ein großes Turnier irgendwie auch aus ;)

13) Tipps von anderen Spielern/dem Team holen
Oft spielt man im Turnier anders, als man es in der gemütlichen Runde tut. Daher ist es besonders hilfreich, wenn euch ein Freund beim Spielen auch mal über die Schulter guckt. Während des Matches darf er dir natürlich keine Hilfe geben. Aber nach dem Match kann er dir eventuell gute Tipps für zukünftige Spiele geben.

14) Lese die Hand und das Feld deines Gegners!
Im normalen Spiel gibt es fast immer ein paar gegnerische Handkarten oder verdeckte Karten, die dir unbekannt sind. Trotzdem lässt sich aus den Spielzügen deines Gegners oft erahnen, welche Karte er gerade neu gesetzt hat oder was er noch auf der Hand aufbewahrt. Spielt er zum Beispiel keine Karte aus, kann es gut sein, dass er Gorz oder Tragöedia auf seiner Hand hat. Andererseits kann es aber auch sein, dass tatsächlich keine Karte in der momentanen Situation spielbar ist. Hier zählt es, auch auf andere Signale, wie beispielsweise Nervosität, zu achten.

15) Plane vorraus
Viele Spielzüge, vor allem zu Beginn des Spiels, lassen sich gut für ein oder zwei Runden im Voraus planen. Spielst du Trümmerdrache jetzt und nimmst durch den Schwarzen-Rosendrachen das ganze Feld? Oder setzt du noch eine weitere Runde auf deinen Seelenschnitter als Verteidigung, um dann noch mehr Karten nehmen zu können? Kann dein Gegner sich durch eine weitere Karte einen großen Vorteil verschaffen, wenn du jetzt nicht sofort Karte A zerstörst? All das kann man sich überlegen und entsprechend spielen.

16) Spiele verschiedene Spielweisen
Soweit es dein Deck zulässt, ist eine deinem Gegner angepasste Spielweise empfehlenswert. Spielt er wenig Verteidigung, kann eine aggressivere Spielweise sinnvoll sein. Hat dein Gegner viele Asse im Ärmel, solltest du dich absichern und ein paar Karten für den Notfall zurückhalten. Gegen ein Gladiatorungeheuer-Deck wiederrum ist es gefährlich, viel in Verteidigung zu spielen. Denn Monster in Verteidigung können Gladiatoren immer angreifen, um ihre Hol-Effekte aktivieren zu können.

17) Lasse dich nicht beeinflussen
Manchmal kann es passieren, dass dein Gegner dein Verhalten beeinflussen will. Zum Beispiel sagt er voraus, welche Karte du gleich beschwörst, oder dass du gleich den Effekt einer bereits offenen Karte nutzen wirst. Schau dir dann auf jeden Fall noch einmal das Feld an. Hätte dein Gegner eventuell einen Grund, dich zu dem Zug zu bringen? Oft kann man dadurch auch erraten, welche Karten dein Gegner noch hat. Beispielsweise ist die Wahrscheinlichkeit auf einen „Reißenden Tribut“ recht hoch, wenn dein Gegner dich nach der nächsten Beschwörung fragt.
Am Wichtigsten ist aber: Wenn dein Gegner dich von einer Regel überzeugen möchte, rufe auf jeden Fall einen Schiedsrichter! Denn dein Gegner weiß im Zweifel auch nicht mehr als du. Der Schiedsrichter ist aber genau für solche Fragen da.

18) Passe auf
Leider spielt nicht jeder Spieler fair. Ein paar einfache Dinge können aber verhindern, dass ein Spieler dich betrügt. Frage immer nach, wenn etwas unklar ist: Wo ist das Sidedeck? Mit welchem Monster möchte er zuerst angreifen? Wieviele Handkarten hat dein Gegner? Natürlich kann das nicht alles verhindern, aber aufpassen ist immer eine Hilfe. Sollte ein Gegner besonders auffällig spielen, kannst du das dem Schiedsrichter mitteilen, damit er euer Spiel etwas im Auge hat.

19) Bleibe immer höflich
Zuletzt noch die Regel, die eigentlich die Wichtigste von allen ist: Du bist auf dem Turnier, um Spaß zu haben. Daher solltest du dich nicht zu sehr aufregen, wenn etwas nicht nach deinem Willen klappt. Bist du mürrisch oder beleidigend, wird dein Gegner auch nicht gerade freundlich reagieren.
Sollte es mal zu Uneinigkeiten kommen, ist Ruhe bewahren die oberste Devise. Kannst du ein Problem dem Schiedsrichter klar und höflich erklären, kann dieser auch die richtigen Schlüsse ziehen.

So, das waren die 19 Punkte, die ich für mich entdeckt habe. Auch wenn die meisten Dinge euch wohl schon bekannt sind, hoffe ich, dass das eine oder andere euch doch hilft.
Weitere Punkte, sowie weitere Anregungen, Rückfragen und Kommentare, könnt ihr hier verfassen.

Ky

PS: 20)Achte auf dich selber
Dieser Punkt wurde im Nachhinein noch von Bluti erwähnt: Die Ernährung ist nicht zu unterschätzen. So senken Kohlenhydrate die Adrenalisausschüttung und die Nervosität. Getränke wie Apfelschorle bieten Energie, ohne einen aufzudrehen. Auf Süßigkeiten und Süßgetränke wie Cola sollte verzichtet werden, da sie in größeren Mengen träge machen können. Etwas Sport am Tag vorher sorgt für einen erholenden Schlaf. Überhaupt sollte man ausgeruht auf dem Turnier erscheinen.
Inwiefern man selber das erfüllen möchte, ist natürlich jedem selber überlassen. Aber auch das ist ein Tipp, den es sich zu testen lohnt.

2 Gedanken zu “19 Tipps, um besser Yu-Gi-Oh! zu spielen

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